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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Osterferien sind vorbei und mit ihrem Ende ist der Sommer eingekehrt. So titelte jedenfalls eine große deutsche Sonntagszeitung unter Hinweis auf die zu erwartende Spitzentemperatur von 25 Grad Celsius. Das ist in der Tat sommerlich und wärmer als auf der Lieblingsinsel der Deutschen, Mallorca. Aber gemach, wer glaubt, nahtlos vom Winter in den Sommer zu kommen, hat sich getäuscht.
Es bleibt aber frühlingshaft warm, so um die 20 Grad Celsius, allerdings mit der einen oder anderen Regenschauer. Dem Winter zu entfliehen, der uns noch vor 14 Tagen im Griff hatte, war wohl das Motiv vieler Urlauber, die eine Kreuzfahrt gemacht hatten. Über 4000 Kreuzfahrtschiffe tummeln sich auf den Weltmeeren. 8,5 Mio. Menschen waren letztes Jahr mit ihnen unterwegs. Der Reiseumsatz allein des deutschen Marktes betrug 2,87 Milliarden Euro. Ca. 2,19 Millionen deutsche Touristen, Durchschnittsalter 49,6 Jahre vergnügten sich im Schnitt 9 Tage auf See. 3 von 4 bevorzugten die nordeuropäischen Meere und das Mittelmeer, der Rest zog in die Karibik.
Der Markt boomt, um die Nachfrage zu befriedigen müssen weitere Kreuzfahrtschiffe gebaut werden. Derzeit sind 75 im Bau, 16 werden dieses Jahr in Dienst gestellt. Neuer Rekordhalter wird die „Harmony of Seas“ mit Platz für 6300 Passagieren. Die Jungfernfahrt führt am 21.4 ins Mittelmeer, danach wird sie die Karibik und Miami anlaufen. Die schwimmenden Kleinstädte bieten alles, was das Herz begehrt, wem danach ist, auch all-inclusive. Der Luxus kann noch gesteigert werden, etwa auf dem größten Rah-Segler der Welt, mit 35 Segeln mehr als 6000 m² Fläche an 5 Masten, der Platz für 300 Passagiere bietet bis hin zum 6 Sterne Ultra-Luxus in 114 Suiten, 32 bis 247 m² groß, bordeigenem Hubschrauber und eigenem U-Boot um die Unterwasserwelt zu betrachten.
Die Beliebtheit von Kreuzfahrten steht in krassem Widerspruch zu den Umweltbelastungen. Denn diese zumeist schneeweißen herausgeputzten Schiffe sind arge Dreckschleudern. Das liegt daran, dass die allermeisten Schweröl, ein Abfallprodukt der Raffinerien, in den gigantischen Schiffsmotoren verfeuern. Schweröl ist zäh, um es an Bord zu pumpen, muss es auf 60 Grad erwärmt werden, kühlt dann in den Tanks wieder ab und muss, um den Motor anzutreiben wieder mit Wärme verflüssigt werden. Beim Verbrennen entstehen Schwefel, Stickstoff und Kohlendioxid in einem solchen Maße, wie es an Land nie und nimmer erlaubt wäre. Die Fahrt mit Schweröl belastet die Umwelt so stark, wie 5 Millionen PKW auf der gleichen Strecke. Ab 2020 soll nach dem Willen des Umweltausschusses der EU Schluss sein mit den schwimmenden Sondermüllverbrennungsanlagen. Es sollen Emissionswerte gelten, die mit Schweröl nicht erreicht werden können und so der Umstieg auf Marine-Diesel, besser noch Flüssiggas (LNG) erzwungen werden.
Wer weiter das giftige Schweröl verbrennt, muss mit Katalysatoren und Abgasreinigung nachrüsten sowie zusätzliche Rußpartikelfilter einbauen. Das kostet natürlich. Ein mittelgroßes Schiff verbraucht bei einem Tag auf See ca. 200 t Schweröl, die Tonne zu ca. 700 Dollar. Der saubere Marine-Diesel ist ca. 1/3 teurer. Freiwillig verzichtet deswegen kein Reeder auf das billige Schweröl. Marine-Diesel würde eine Woche Kreuzfahrt um 120 Euro bis 150 Euro teurer machen. Das würden die Kunden allerdings nicht akzeptieren, so das Ergebnis einer Befragung.
Der Energiebedarf eines Kreuzfahrtschiffes ist riesig. Warmes Wasser für die Duschen, elektrische Energie für Strom, Wasser- und Abwasserpumpen, zu Kühlung der Essensvorräte und das Zubereiten der Mahlzeiten. Und für die Touristen unsichtbar: Strom zum Betrieb der Waschmaschinen und Trockner. Würde man z.B. auf die gekühlte Minibar in der Kabine verzichten, so könnte nach Berechnung von TUI Cruises die Energierechnung um 800.000 Euro im Jahr entlastet werden. Richtig sparen lässt sich nur bei den Löhnen. Da sich die Besteuerung und das anzuwendende Arbeitsrecht nach dem Flaggenstaat richten, suchen sich Reeder solche Länder als Flaggenstaaten, die z.B. keine Steuern auf Einkommen aus dem Schiffsverkehr erheben, etwa Malta oder wo z.B. keine Lohnsteuer auf Gehälter entrichtet werden muss, wie in Italien.
Von den 27 Schiffen deutscher Reeder fährt kein einziges unter deutscher Flagge.
Das Heer der Service-Kräfte, zumeist aus dem asiatischen Raum, erhält Hungerlöhne. Einschließlich aller Zuschläge sind das 700 € im Monat bei bis zu 300 Arbeitsstunden. Die Reeder argumentieren, in ihren Herkunftsländern verdienen sie nur 150-200 Dollar. An diesen Bedingungen wird sich so schnell nichts ändern. Aber die Ära der Traumreisen auf Drecksschleudern geht gottlob zu Ende. Entlang der Küsten Nordamerikas und seit 2016 auch in Nord- und Ostsee ist Schweröl verboten, bzw. nur mit entsprechenden Abgasanlagen erlaubt, in den meisten Häfen sowieso. Im Dezember diesen Jahres wird auf der Meyer-Werft in Papenburg die Aida Nova fertiggestellt, das weltweit erste Schiff, das komplett mit Flüssiggas (LNG) betrieben wird. Darauf können dann die, die sich über Stickoxide, Feinstaubausstoß etc. von Automobilen empören, beruhigt in See stechen und dem einen oder anderen Steward ruhig mal ein Trinkgeld geben, obwohl dieses, wie man in den Reisebedingungen lesen kann, im Gesamtpreis bereits enthalten ist.
Unser Storch bleibt an Land und brachte am 23.3. die kleine Lia in die Lohstraße. Ich gratuliere ganz herzlich den stolzen Eltern und allen, die sich über die Ankunft der kleinen Dame freuen!

Jetzt freuen wir uns erst einmal über den Frühling und das Erwachen der Natur!
Eine gute Wochen allen, die jetzt wieder arbeiten müssen

Herzlichst
Ihr Bürgermeister Edgar Slawik





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