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Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

langsam ist es nicht mehr schön, diese Hitze.
Wenn man sich morgens nach zu kurzem und unruhigem Schlaf schon verschwitzt aus dem Bett gequält hat, schaudert einem schon der Gedanke vor der stickig heißen Luft im Büro, die auch durch Ventilatoren nicht erträglich wird. Auch die Kleiderordnung hat sich verändert.
Man(n) kommt wie man es eher vom Urlaub gewöhnt ist, mit kurzem Beinkleid. Offizielle Termine, mit Sakko und Krawatte sind wie Folter, außer sie finden in klimatisierten Räumen statt. Aber wo gibt es die schon in öffentlichen Verwaltungen? Der Eiskonsum über den Tag steigt, wie auch der Getränkeumsatz. Eiskalt natürlich, was prompt einen verstärkten Schweißausbruch zur Folge hat, wie auch die Tasse heißen Kaffee ihn auslöst. Das gute alte „Kranenberger“, unser Wasser aus der Leitung, schmeckt, enthält aber zu wenig Spurenelemente, wie Natrium, Magnesium und Calcium, die wir durch den Schweiß verstärkt verlieren, sodass wir lieber auf entsprechende Mineralwässer zurückgreifen sollten. Unser Trinkwasser, das Lebensmittel Nr.1, erfährt in diesem trockenen und heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1881, besondere Aufmerksamkeit.
Gutes Trinkwasser in ausreichender Menge und Qualität ist für uns alle eine Selbstverständlichkeit. Vielleicht erinnern sich einige noch an die Zeit, als es im Baugebiet „Hundsforth“ zumeist Samstagnachmittag, nur noch aus dem Hahn tröpfelte, weil der Bedarf zu groß war und der Druck nicht ausreichte.
Das besserte sich mit dem Buchebrunnen, der von der Deutschen Bundesbahn als Ersatz des durch die ICE-Strecke weggefallenen alten Brunnen oben an der Albshäuser Straße neu gebohrt worden ist. Der Hauptbehälter fasst in drei Becken einmal 500 m³ und zwei Becken mit je 250 m³, insgesamt also 1000 m³ = 1 Million Liter.
Der Brunnen Schnepfental oberhalb Wollrode in der Söhre Nähe der Gemarkung Söhrewald speist den Hochbehälter Wolfram im Wald, oberhalb der Grillhütte Albshausen. Auch der Körpelbrunnen unterhalb der Grillhütte speist diesen Hochbehälter, der Wollrode und Albshausen mit Trinkwasser versorgt. Ein Teil des Wassers aus dem Hochbehälter Wolfram geht auch zum Hochbehälter Guxhagen, der die Hauptversorgung der Gemeinde sicherstellt.
Um die Brunnen zu schonen, läuft der Körpelbrunnen tagsüber und wird nachts abgeschaltet. Der Schepfentalbrunnen läuft im Wechsel nachts. Der Buchebrunnen läuft hingegen 20 Stunden, da er der tiefste und ergiebigste ist. Würde zu viel und zu lange gepumpt, könnte das darüber liegende Gebirge schlimmstenfalls einbrechen, oder der Brunnen zieht Sand und verstopft die Pumpen, was eine zeitaufwändige und teure Reparatur nach sich zöge. Außerdem würde die Wasserqualität schlechter. Die Hochbehälter sind mit Sensoren ausgestattet. Diese geben Alarm, der über das Handy beim Wassermeister aufläuft, wenn mehr als eine bestimmte Menge, die auf Erfahrungs- und Durchschnittswerten beruht, in das Leitungsnetz abgegeben wird.
Seit etwa vier Wochen laufen diese Warnmeldungen jetzt schon regelmäßig auf. Der Wassermeister muss dann prüfen, wodurch dieser Wasserverlust, der den Pegel in den Hochbehältern absinken lässt, verursacht wird. Sehr oft ist ein Wasserrohrbruch die Ursache. Dann muss der betroffene Leitungsabschnitt gefunden, abgeschiebert und repariert werden. Der derzeit eingehende tägliche Alarm betrifft die Zeit zwischen 18 und 22 Uhr. In diesem Zeitraum wird gegenüber dem Vorjahr erheblich mehr Wasser verbraucht. Es sind in Guxhagen täglich 262 m³ mehr, nämlich 829 m³ gegenüber 567 m³ in 2017. In Albshausen und Wollrode werden täglich 100 m³ mehr verbraucht, in Ellenberg und Büchenwerra hat sich der Verbrauch fast verdoppelt, von 97 m³ auf über 185 m³. Nun wird Ellenberg und Büchenwerra nicht von Guxhagen, sondern vom Brunnen in Altenbrunslar versorgt. Hierfür wurde der Wasserverband Altenbrunslar-Guxhagen gegründet. Dieser Brunnen sichert schon seit Jahren die Versorgung dieser drei Orte, sein Wasser ist von hervorragender Qualität.
Nach vielen Jahren des Betriebs sieht nun das Regierungspräsidium und die für Wasserrechtserlaubnisse zuständige Fachbehörde, das Hessische Amt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) die Möglichkeit einer Beeinträchtigung infolge einer in der Nähe befindlichen, seit Jahrzehnten aber stillgelegten ehemaligen Müllkippe. Eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Weiterführung des Brunnens wird vom Ergebnis von Probebohrungen und einer Dauerüberwachung des Grundwasserstroms abhängen. Wir sind gut beraten, alles zu versuchen, um diesen Brunnen weiternutzen zu können. Müssten wir Ellenberg und Büchenwerra über die gemeindlichen Brunnen versorgen, belastete dies unsere Brunnen mit weiteren 180-190 m³ täglich. Um unser Weltklima sieht es nicht gut aus. Studien belegen den klaren Trend zur Erwärmung. Es ist zu befürchten, dass wir zukünftig häufiger solche Hitzesommer bekommen. Und dass wir deswegen mit unserer Ressource Trinkwasser haushalten sollten. Deswegen prüfen Sie genau, ob es nötig ist, den Vorgarten zu bewässern oder die Blumen- und Gemüsebeete, von der Autowäsche ganz zu schweigen. Käme es zu einem Brand, wo wir auf das Wasser im Leitungsnetz angewiesen wären, würde es eng. In Rengershausen wurden beim Böschungsbrand an der Bahnstrecke 1000 m³ aus dem Netz zum Löschen benötigt, ohne das per Flugzeug aus der Fulda geholte. Das wäre unser gesamter Vorrat an Wasser aus dem Buche Hochbehälter. Als ich letzte Woche bei einer Guxhagenerin zum 97. Geburtstag gratulierte, fragte ich, ob sie sich an einen solch heißen und trockenen Sommer erinnern könnte. Ja, kam es wie aus der Pistole geschossen, der von 1947 wäre genauso schlimm gewesen. Das bestätigte auch unser Dorfchronist Richard Riedemann. Weder Mensch noch Tier hätte etwas zu (fr)essen gehabt. Kein Brot, kein Gras. Er sei als 11-jähriger in die Fulda gestiegen und habe den Wasserhahnenfuß abgeschnitten, am Ufer getrocknet und abends den Kühen zum Fressen gegeben. Ja, das Langzeitgedächtnis funktioniert noch bestens. Denn 1994 und 2003 gab es auch Hitzesommer.
Zum Schluss erfreuliches:
Am Sonntag erhielt Herr Emil Jung aus Wollrode, das Verdienstkreuz am Band des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus der Hand von Europa-Staatssekretär Mark Weinmeister für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement für den Posaunenchor, den Gesangsverein und die Kirchen- und die politische Gemeinde. Herzlichen Glückwunsch, lieber Emil, von mir als Bürgermeister und den gemeindlichen Gremien.
Und: unser Storch fliegt wieder! Am 20.07. brachte er die kleine Aliza an den Albert-Schweitzer-Platz. Herzlichen Glückwunsch an die stolzen Eltern und allen, die sich mit ihnen über die Ankunft freuen!

Weiterhin sonnige Grüße aus dem Rathaus.

Ihr Bürgermeister Edgar Slawik

PS: In unserem Freibad ist die Hitze erträglich – testen Sie´s doch mal vielleicht vor der Beach-Party am 11.08.

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