Info Ec und Kreditkarten

Info-Ecke des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ich hoffe, Sie hatten einen geruhsamen 1. Advent. Wobei das wohl bei der Fülle der Veranstaltungen nicht ganz einfach war. Vor allem der Samstag hatte es sich in sich. Weihnachtbaum aufstellen mit dem Posaunenchor Wollrode mit anschließendem gemütlichem Beisammensein im DGH in Büchenwerra, Weihnachtsfeier der FFW Guxhagen, die Riverside Jazz Messengers in der Gaststätte „Zur Breitenau“ und das Blu feierte 1-jährigen Geburtstag und Sonntagnachmittag Gottesdienst mit dem Posaunenchor Wollrode mit anschließendem Adventsbasar und Kaffeetafel in der Klosterkirche.

Damit hat der Countdown für Weihnachten und den Jahreswechsel begonnen. Das Dorf, Straßen und Plätze sind festlich geschmückt, der Bauhof hat, so finde ich, dieses Jahr besonders schöne Weihnachtsbäume ausgesucht und aufgestellt. Der auf dem Balkon unseres Rathauses ist eine Wucht, Kerzengerade und gleichmäßig gewachsen, ist er für alle, die aus der Breitenau kommen ein echter Hingucker. Wegen der zentralen Lage wäre das der wichtigste Baum in der gesamten Gemeinde, zumindest jetzt vor Weihnachten, meint unser Bauhof. Sozusagen das weihnachtliche Aushängeschild unserer Gemeinde.
Manche Ortsteile wollen die Auswahl des Weihnachtsbaumes nicht dem Bauhof überlassen sondern nehmen das in die eigenen Hände.Büchenwerra zum Beispiel. Ja, die Wahl des Weihnachtsbaumes ist Vertrauenssache. Ein falscher Baum kann schon die Stimmung trüben. Weihnachtsbaum besorgen ist Männersache. Kehren die dann nach Stunden vom Markt oder aus dem Forst ausgekühlt und / oder beschwipst zurück und erwarten Lob ob ihrer guten Wahl, so werden sie mitunter enttäuscht. Der unbestechliche Hausfrauenblick entlarvt gnadenlos jeden Makel des unter Mühen und Entbehrungen besorgten Baumes. Entschuldigungen werden nicht akzeptiert.
Lösungen für schiefen Wuchs und unregelmäßige Äste stellen selbst gewiefte Heimwerker vor manchmal unlösbare Aufgaben, zumal wenn man unter Zeitdruck steht, was ja zu Weihnachten immer der Fall ist.
Wohl dem, der dann noch ein Plastikbäumchen aus dem Tank-Shop ergattert, wenn der mit fachmännisch angedübelten Zusatzzweigen verbesserte Altbaum keine Gnade vor dem kritischen Blick des meist weiblichen Teils der Familie findet.Ja, gerade Weihnachten muss alles perfekt sein, besonders beim Weihnachtbaum, dem Symbol der deutschen Weihnacht. Es werden wohl wieder knapp 30 Millionen Bäume sein, die auf Straßen, Plätzen, Fußgängerzonen und in deutschen Wohnzimmern stehen.
Im Schnitt gab jeder Haushalt im Jahr 2015 rd. 20,00 € für einen Weihnachtsbaum aus, insgesamt fast 700 Mio. €. Dafür bekommt man 2018 höchstens einen Winzling, wobei die Durchschnittsgröße gesunken ist und bei 1,63 Meter liegt, weil die Bäume wegen der großen Nachfrage früher gefällt werden. Rund 70 Prozent der in Deutschland verkauften Bäume stammen aus heimischen Wäldern, der Rest wird aus Skandinavien, Dänemark und Polen importiert. Der Trend zum Zweitbaum auf dem Balkon oder im Vorgarten ist ungebrochen.
Deutsche Weihnachtsbäume sind auch im Ausland gefragt. Rund 1 Millionen Bäume werden in die Benelux Länder, aber auch in die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait exportiert. Zwar ist das in Verkehr bringen von christlichen Symbolen in Islamische Länder strengsten verboten. Doch der Weihnachtsbaum ist Brauchtum und vor allem Kommerz.
Alle lieben Weihnachten, auch wenn sie keine christliche Tradition haben.
Künftig könnte der Hang zum Baum als Lust auf den Brauch teuer werden. Zum einen weil der Klimawandel mit langen Dürreperioden dem Wald und auch den Weihnachtsbaumkulturen zusetzt. Deswegen überlegten derzeit viele Forstbetriebe sich vom Geschäft mit Weihnachtsbäumen zu verabschieden. Denn das Geschäft ist nicht ohne Risiko. Mal ist es die Trockenheit, mal ein Sturm wie Kyrill, mal Spätfrost im Mai, oder ein Teil der Bäume entwickelt Doppelspitzen. 10 Jahre dauert es, bis eine Nordmanntanne eine Größe von 1,80 Metern erreicht, da ist Schwund vorprogrammiert.
Doch was alle Baumschulen und Forstbetriebe gern verschweigen: Das Mutterland vieler deutscher Weihnachtsbäume ist Georgien. Im Nordkaukasus auf einer Höhe von 900 – 1000 Metern stehen uralte Tannen, die den deutschen Christbäumen ihren Samen spenden. 1 Kilogramm des per Hand durch Baumkletterer mühsam gewonnenen Samens kosten im Handel rd. 100 € und reicht für 3000 bis 5000 Setzlinge. Seien Sie also nicht zu kritisch, wenn der Weihnachtsbaum mal nicht ganz so perfekt geraten ist.
Das sehen die Schweden ganz anders. Am Tag vor Heiligabend macht sich der Schwede auf, um den perfekten Weihnachtsbaum zu finden. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Tanne das eigentlich Symbol für Weihnachten und damit eine ernste Angelegenheit.

Da viele Schweden ein Stück Wald ihr Eigen nennen, wird der Baum per Säge und Axt von dort geholt. Nur im westlichen Värmland, an der Grenze zu Norwegen, erzählt man sich, dass die Weihnachtsbäume mit der Schrotflinte gefällt würden.
Na, egal, Hauptsache wir freuen uns alle auf Weihnachten und einen schönen geschmückten Baum. Schließlich haben wir den erfunden und von Deutschland trat er seinen Siegeszug in die ganze Welt an.
Also, alle Jahre wieder, auch dieses Jahr.

Mit vorweihnachtlichen Grüßen
Ihr Bürgermeister Edgar Slawik

Copyright 2017 Gemeinde Guxhagen.
designed by: www.nicoma.de