Gedenkstätte Breitenau und Kloster Breitenau

Gedenkstätte Breitenau und Kloster Breitenau

Gedenkstättenverein hat neuen Vorstand

Bei gutem Wetter fand am Freitagnachmittag, dem 3. Juli vor der Gedenkstätte Breitenau die Mitgliederversammlung ihres Fördervereins statt. Der langjährige Vorstandsvorsitzende Dr. Gunnar Richter und seine Stellvertreterin Anke Lohmeyer sowie die Vorstandsmitglieder Horst Haase, Eva Rühlmann-Dippel und Dr. Jochen Ebert wurden dabei einstimmig entlastet.

Neuer Vorsitzender des Vorstands ist René Mallm, Lehrer am Friedrichsgymnasium Kassel und Beauftragter für Erinnerungskultur an seiner Schule. Aus der Gedenkstättenarbeit ist René Mallm bereits vielen bekannt. Seit neun Jahren bekleidet er eine Abordnungsstelle an der Gedenkstätte Breitenau. Als stellvertretende Vorstandsvorsitzende wurde Julia Bohn von der Mitgliederversammlung gewählt. Die Geschichts- und Englisch-Lehrerin am Gustav-Stresemann-Gymnasium in Bad Wildungen arbeitet seit August 2019 als abgeordnete Lehrerin an der Gedenkstätte Breitenau. Dr. Jochen Ebert bleibt der Vorstandsarbeit erhalten und wurde als Kassenwart wiedergewählt. In den erweiterten Vorstand neu gewählt wurden Diena Janakat in Abwesenheit, Lehrerin an zwei Gymnasien in Kassel, sowie Thomas Ewald, Dozent an der Volkshochschule Region Kassel, und Julian Timm, Doktorand an der Universität Kassel und Referendar am Gustav-Stresemann-Gymnasium in Bad Wildungen.

„Mit dem neu gewählten Vorstand ist der Generationenwechsel im Verein gelungen und ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen“, so Ann Katrin Düben, seit August letzten Jahres Leiterin der Gedenkstätte Breitenau. Ein großer Dank gilt laut Düben dem entlasteten Vorstand, an erster Stelle dem ehemaligen Leiter Dr. Gunnar Richter, Mitbegründer der Gedenkstätte in den 1980er Jahren und seit 1996 Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung der Gedenkstätte und des Archivs Breitenau e.V.

Einweihung einer Gedenktafel

Die Gedenkstätte Breitenau nimmt den Tag der Befreiung zum Anlass, um ihre Dauerausstellung für Einzelbesucher*innen wiederzueröffnen.
Ab morgen gelten demnach die regulären Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

Für den Besuch der Dauerausstellung sind Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten:
es ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen,
sowie der Mindestabstand von 1,50 m einzuhalten.
Je Ausstellungsraum können nur zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten zugelassen werden.
Gruppen können nicht empfangen werden, und es werden bis auf weiteres auch keine Führungen und Veranstaltungen stattfinden.

8. Mai im lokalen Gedächtnis. 75 Jahre Befreiung, 35 Jahre Erinnern in Guxhagen
Am 8. Mai 1985 wurde an der ehemaligen Synagoge in Guxhagen eine Tafel in Erinnerung an die verfolgten und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger eingeweiht.

Einweihung Gedenktafel an der ehem. Synagoge    Kundgebung vor der Gedenkstätte Breitenau
Die Erinnerungsinitiative ging auf einen Antrag von Die Grünen und SPD zurück. Möglich wurde sie infolge des politischen Klimawandels Mitte der 1980er Jahre. Bei der Kommunalwahl am 10. März 1985 konnte die SPD, bislang in der Opposition, zusammen mit den Grünen, die erstmals ins Gemeindeparlament gewählt wurden, eine Mehrheit erreichen.  
Unter dem neu gewählten Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Gerhard Kakalick, der die Erinnerungsarbeit in Guxhagen bis heute mitgestaltet, wurde im April 1985 der Antrag für eine Gedenktafel an der Synagoge eingereicht. Er durchlief drei Gremien, bis eine Empfehlung für die Anbringung der Tafel vorlag. Am 17. April stimmten 20 von 23 Gemeindevertreter/innen für die Erinnerungstafel. Zuvor hatte es jedoch Diskussionen gegeben über den Textinhalt: Sollten die Täter benannt werden, die in der Nacht vom 8. auf den 9. November die Synagoge zerstört hatten, die Jüdinnen und Juden Guxhagens aus ihren Häusern zerrten, sie beschimpften und misshandelten, sie schließlich in die Breitenauer Anstalt trieben, wo sie bis zur Überstellung ins KZ Buchenwald eingesperrt waren?
Eine solch eindeutige Benennung von Taten und Tätern war 1985 in Guxhagen noch nicht möglich. Die NS-Vergangenheit war vielen noch sehr präsent: Ehemalige Angehörige von NS-Parteiorganisationen lebten noch und versuchten ihre Mitverantwortung zu relativieren. Auch war die Landesarbeitsanstalt Breitenau, die während des NS ein zentraler Ort der Verfolgung in Nordhessen war, ein wichtiger Arbeitgeber in Guxhagen gewesen. Anfang der 1980er Jahre war die noch junge Gedenkstätte Breitenau daher vielen ein Dorn im Auge. Der ablehnenden Haltung einiger aus der Gemeinde zum Trotz konnte die Erinnerungstafel am 8. Mai 1985 eingeweiht werden. Organisiert vom DGB Kreis Schwalm-Eder nahmen mehrere hundert Menschen an der Einweihungsfeierlichkeit teil und liefen im Anschluss zur Gedenkstätte Breitenau, wo eine abschließende Kundgebung stattfand.
Die Initiative für eine Gedenktafel zeigt, dass sich nicht allein auf bundespolitischer Ebene die Erinnerung an den Nationalsozialismus in den 1980er Jahren wandelte. Gerade und vor allem „von unten“ geriet die Erinnerungskultur in Bewegung – auch im ländlichen Raum.

Wir möchten Sie gerne auf das online-Angebot der Gedenkstätte Breitenau aufmerksam machen.
Als kleine Einrichtung verfügen wir bislang nur über begrenzte Möglichkeiten, unser Bildungsangebot ins Digitale zu überführen.
Wir haben jedoch die aktuellen Herausforderungen genutzt, um unseren Social-Media-Auftritt auszubauen. Inhaltlich legten wir hier in den letzten vier Wochen einen Schwerpunkt auf das Kriegsende und die Befreiung. 75 Jahre nachdem amerikanische Soldaten die verbliebenen Gefangenen in Breitenau befreiten, aber auch die verscharrten Opfer des kurz zuvor verübten Endphaseverbrechens entdeckten, war es uns ein besonderes Anliegen, an diese Ereignisse zu erinnern.
Annika Stahlenbrecher, die pädagogische Mitarbeiterin der Gedenkstätte Breitenau, gibt außerdem in kurzen Clips einen Einblick in die Dauerausstellung: https://www.instagram.com/gedenkstaettebreitenau/

Eine Benediktinerabtei im Wandel der Zeit. Das Kloster wurde 1113 gegründet und von Benediktinermönchen aus Hirsau im Schwarzwald geleitet. Um 1120 wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen, die heute noch existiert. Das Kloster bestand über 400 Jahre und wurde in 1527 durch Landgraf Philipp aufgelöst.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster vom Landgraf Moritz zu einem Lustschloss umgebaut.
Die Kirche diente seit 1579 als Kornspeicher und Pferdestall. Im 30-jährigen Krieg wurde die Anlage zweimal zerstört und begann zu verfallen.

Ab 1874 wurde das Kloster als Arbeitshaus und Haftstätte genutzt. In der NS-Zeit wurde ein Konzentrationslager für deutsche politische Gefangenen und während des Krieges ein Straflager für der Geheimen Staatspolizei Kassel für deutsche und ausländische Kriegsgefangene eingerichtet. Nach dem Krieg befand sich in der Breitenau ein geschlossenes Erziehungsheim für Mädchen.

Heute ist auf dem Gelände ein psychiatrisches Wohnheim des Landeswohlfahrts-verbandes Hessen untergebracht.
In der Zehntscheune erinnert eine Dauerausstellung des Künstlers Stephan von Borstel an die Geschehnisse in der NS-Zeit.
Des Weiteren gibt es einen Medienvorführraum, eine Bibliothek und ein Archiv.

Der Eintritt ist frei.
Die Gedenkstätte Breitenau als Ort außerschulischen Lernens
Die Studienbesuche können (neben einem Gesamtüberblick) nach Absprache auch thematische Schwerpunkte haben:
1. Frühes Konzentrationslager
2. Juden als Kasseler Bürger und Häftling in Breitenau
3. Zwangsarbeiter und Rüstungsindustrie
4. Mädchenerziehungsheim

Als zeitlicher Rahmen wird ein Vormittag von ca. 3 Std. veranschlagt.
Sie werden von ausgebildeten Pädagogen betreut.

Eine Benediktinerabtei im Wandel der Zeit.
Das Kloster wurde 1113 gegründet und von Benediktinermönchen aus Hirsau im Schwarzwald geleitet. Um 1120 wurde mit dem Bau der Klosterkirche begonnen, die heute noch existiert. Das Kloster bestand über 400 Jahre und wurde in 1527 durch Landgraf Philipp aufgelöst.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster vom Landgraf Moritz zu einem Lustschloss umgebaut.
Die Kirche diente seit 1579 als Kornspeicher und Pferdestall. Im 30-jährigen Krieg wurde die Anlage zweimal zerstört und begann zu verfallen.

Ab 1874 wurde das Kloster als Arbeitshaus und Haftstätte genutzt. In der NS-Zeit wurde ein Konzentrationslager für deutsche politische Gefangenen und während des Krieges ein Straflager für der Geheimen Staatspolizei Kassel für deutsche und ausländische Kriegsgefangene eingerichtet. Nach dem Krieg befand sich in der Breitenau ein geschlossenes Erziehungsheim für Mädchen.

Heute ist auf dem Gelände ein psychiatrisches Wohnheim des Landeswohlfahrts-verbandes Hessen untergebracht.
In der Zehntscheune erinnert eine Dauerausstellung des Künstlers Stephan von Borstel an die Geschehnisse in der NS-Zeit.
Des Weiteren gibt es einen Medienvorführraum, eine Bibliothek und ein Archiv.

Kloster Breitenau
Brückenstr. 12, 34302 Guxhagen

0 56 65 / 35 33

0 56 65 / 17 27

Montag – Freitag  9.00 – 16.00 Uhr
Sonntag                 13.00- 17.00 Uhr

Dauerausstellung des Künstlers Stephan von Borstel

Kloster Breitenau